Menden, 24.06.2020. Lhoist Germany Rheinkalk verringert laut neuen Planungen die zukünftige Abbaufläche am „Beil“ und reduziert die Haldenhöhe für den Abraum um ganze 50 Prozent. Den aktuellem Planungsstand stellte Dr. Zacharias Grote, Leiter Lhoist Werk Hönnetal, heute bei einem Pressegespräch vor. Auch zu aktuell geplanten Staubminderungsmaßnahmen im Steinbruch gab der Werkleiter Auskunft.

Ursprünglich sollte die Abbaufläche am Beil 46 Hektar umfassen. Mit der neuen Planung verringert Lhoist diese nun auf 39 Hektar. Noch geringer fällt die Höhe der Halde für die abzutragenden Erd- und Gesteinsmassen aus. Denn: Das Unternehmen plant nun mit einer Innenhalde. „Sobald wir den hochwertigen Kalkstein gewonnen haben, wollen wir den Abraum auch innerhalb des Steinbruchs ablagern. Die äußere Halde, die im ersten Schritt auf dem ehemaligen Sedimentationsbecken K6 entsteht, werden wir so um die Hälfte ihrer Höhe verringern können. Das wären dann 335 Meter über Normalnull“, bestätigt Grote. „Die geplante Halde wird also nicht höher sein als die bereits vorhandene Außenhalde am Beil.“ Unverändert bleibe das Vorhaben, sie im Anschluss an die Arbeiten wieder aufzuforsten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Regionale Verantwortung und Wettbewerbsorientierung schließen sich nicht aus

Für die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie ist das entscheidend, denn rund 12 Prozent des deutschen Kalkbedarfes stammen aus dem Werk Hönnetal. Nach wie vor gilt für Lhoist: Das Erweiterungsprojekt soll eine sichere und für die Region nachhaltige Rohstoffversorgung gewährleisten. Dazu Werkleiter Grote: „Wir entwickeln frühzeitig Konzepte, um den Standort Hönnetal zukunftssicher zu machen – zum Beispiel durch hohe Investitionen in moderne, nachhaltige Produktionsanlagen.“ Grote betonte auch, wie wichtig der weitere Dialog mit den Nachbarn und der Politik am Standort sei: „Wir wollen Bedürfnisse von Mensch und Natur berücksichtigen.“

Neue Staubminderungsmaßnahmen bei Sprengungen im Steinbruch

Ein besonderes Augenmerk legt das Unternehmen außerdem auf die Verringerung der Staubentwicklung im Steinbruch. Zacharias Grote erläuterte, dass die Grenzwerte der Staubentwicklung entgegen der öffentlichen Diskussion regelmäßig geprüft und eingehalten werden. „Die gemessenen Staubwerte in Eisborn liegen 75% unter dem zulässigen Grenzwert“, so Grote. „Zusätzlich haben wir von April 2019 bis April 2020 freiwillige Feinstaubmessungen durchgeführt. Auch hier liegt der Feinstaubwert mit 14µg/m3 weit unter dem Grenzwert von 40µg/m3.

Heiße und trockene Sommer begünstigten jedoch kurzfristige Staubentwicklungen direkt nach der Sprengung. Dies sei im Sommer 2019 dreimal der Fall gewesen. Daher habe das Unternehmen weitere Maßnahmen, die über das geforderte Maß gehen, getroffen. Dazu zählt aktuell eine Investition in Höhe von 400.000 Euro u. a. in einen Wasserwerfer, der Staub mit Hilfe eines Wasserschleiers binden soll. „So etwas kann man nicht von der Stange kaufen, daher sind innovative Lösungen gefragt“, betont Grote. „Wir nehmen das Thema sehr ernst und wir wollen hier neue Standards setzen.“

Lhoist will Nachbarschaftsbüro eröffnen und Nachbarn zum Dialog einladen

Lhoist wird weiterhin transparent Auskunft über seine Planungen geben und Nachbarn frühzeitig informieren. „Dazu nutzen wir verschiedene Dialogplattformen, beispielsweise unsere Hönnetal-Website. Auch der persönliche Austausch ist für uns unverzichtbar, um Fragen zu beantworten und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten“, betont Christan Zöller, Leiter Politik- und Bürgerdialog. Nach den Sommerferien eröffnet Lhoist im Hönnetal zusätzlich ein Nachbarschaftsbüro. Hier werden Vertreter des Unternehmens regelmäßig für persönliche Gespräche vor Ort sein und über das Projekt sowie die damit verbundenen Entwicklungen informieren.

Die nächsten Schritte

Im Rahmen der Neuaufstellung des Regionalplanes soll die Erweiterungsfläche entsprechend ausgewiesen werden.

Derzeit werden Gutachten erstellt und ein regionales Ausgleichskonzept für die beanspruchten Flächen erarbeitet, es folgt darauf das Genehmigungsverfahren. Die Arbeiten im Erweiterungsgebiet Beil sollen im Jahr 2023 beginnen. Mit der regionalen Erweiterung im Steinbruch Asbeck kann Lhoist Rheinkalk den Standort Hönnetal für weitere 30 Jahre sichern.